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  Dr.   Matthias Bath:   Buchvorstellung  Die Berlin-Blockade 1948/49 –  Ist  SIE Schon       Vergessen ?
Von Volkert Neef und Wolfgang Koempel    Foto  / Neuhaus  Verlag
  Die Berlin Blockade   Stalins  Griff  nach BERLIN.

Der mörderische Zweite Weltkrieg war gerade einmal drei Jahre vorbei, und die UdSSR unter dem Herrscher Stalin wollte zum großen Angriff auf Westberlin blasen. Schon seit der Einteilung in die 4 Sektoren Berlins betrachteten Stalin und seine kommunistischen Helfershelfer Westberlin als „Stachel im Fleisch.“ Nicht „ausräuchern“ hieß die Devise am 24. Juni 1948, sondern „aushungern.“ Die westlichen Alliierten Frankreich, Großbritannien und USA sollten von der UdSSR zur Räson gebracht werden. Mit einer Blockade der Transitstrecken erhofften sich die Machthaber in Moskau und ihre Statthalter in Berlin-Pankow (das SED-Regime) und Berlin-Karlshorst (Sitz der sowjetischen Generalität in der DDR), die westlichen Alliierten verlassen ihre Sektoren und Moskau kann Westberlin wie einen reifen Apfel pflücken. Nur erfüllten die tapferen 2,2 Millionen Westberliner und die heldenhaften westlichen Besatzungsmächte diese sowjetischen Träume nicht. Schnell errichtete man eine Luftbrücke. Alles, wirklich alles, wurde eingeflogen. Vom Aal, Armaturenbrett, Bettbezug bis hin zum Z wie Zahnpasta. Die wichtigsten Güter waren Brennstoffe, Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel.  Eine Millionenstadt wurde Tag und Nacht mit allem per Flugzeug versorgt. Es gab über 277.500 Flüge. Transportiert wurden ca. 2,3 Millionen Tonnen Fracht. 101 Menschen kamen durch die Berlin-Blockade zu Tode. Es waren dies Piloten, Besatzungsmitglieder und deutsche Bodenarbeiter an den Start- und Landebahnen. Aufgrund der Versorgung per westlichen Flugzeugen entstand nicht nur ein Mythos, hier entstanden lebenslange Freundschaften. Aus den westlichen Besatzungsmächten wurden Verbündete für die hungernden Westberliner, wurden wahre Freunde. Autor des Werkes „Die Berlin-Blockade 1948/49“ mit dem Untertitel „Großer Erinnerungsband 70 Jahre Blockade und Luftbrücke“ aus dem Neuhaus-Verlag Berlin ist Dr. jur. Matthias Bath. Er kam 1956 in Berlin zur Welt und wurde 1976 als Fluchthelfer in der DDR zu einer Haftstrafe verurteilt. 1979 kam er per Gefangenenaustausch aus den Kerkern der DDR. Von 1988 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2017 war er als Berliner Staatsanwalt tätig. Der Autor Dr. Bath hat Bücher über seine Hafterfahrung und über historische Themen verfasst. Seit 2016 ist er kommunalpolitisch aktivund gehört der BVV-Reinickendorf als Mitglied der AfD-Fraktion an. Der Verfasser des Buches hat seiner Leserschaft einen reich illustrierten Erinnerungsband vorgelegt. Sein Buch ist angereichert durch ebenso viele hochinteressante Dokumente deutscher Bildarchive, etwa aus den Beständen des Deutschen Historischen Museums, des Landesarchivs Berlin und des Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz. Am 12. Mai 1949 gab die UdSSR entnervt auf. Man konnte die tapferen Westberliner und ihre westlichen Freunde nicht aushungern. Vor 70 Jahren begann die Abrieglung der Transitstrecken. Dr. Bath lässt in seinem Buch auch Augenzeugen zu Wort kommen. Das ist sehr löblich, denn man muss eines festhalten, so traurig es auch klingen mag: Die Zahl der Augenzeugen der Berlin-Blockade sinkt von Tag für Tag. Wer als 10 jähriges Kind das miterleben musste, kam 1938 zur Welt. Man hat es also mit Menschen zu tun, die mindestens 80 Jahre alt sind. Die so wichtigen Zeitzeugen weilen eines gar nicht mehr so fernen Tages nicht mehr unter uns. Angemerkt sei: Ähnliches sieht man schon lange bei KZ-Überlebenden. Diese gerade für die Jugend so wertvollen Zeitzeugen gehen altersbedingt von uns oder sind so geschwächt und pflegebedürftig, dass sie das Seniorenheim gar nicht mehr verlassen dürfen und ihre wertvollen geschichtlichen Erfahrungen wiedergeben können. Das Schicksal erfahren auch demnächst die letzten Zeitzeugen der Berlin-Blockade. Ein historisches Buch, das den Leser zurückführt in die Berliner Zeit vor 70 Jahren. Stellen wir uns einmal die Frage: „Welcher 15 jährige Berliner Schüler kann mit dem Begriff „Berlin-Blockade“ überhaupt etwas anfangen?“ Das ist aber ein anderes Thema. Wahrscheinlich punkten manche Schüler schon damit, dass man mit dem Begriff „Stalin“ etwas anfangen kann. Daher ist ein Buch über die Berlin-Blockade auch unter dem guten Aspekt zu sehen: Da bleibt bei einigen Menschen etwas unvergessen aufgrund eines Buches. Das Werk von

Dr. Matthias Bath „Die Berlin-Blockade 1948/49“ ist im Neuhaus-Verlag Berlin erschienen. Paperback, Großformat 20,5 x 23,5 cm; 132 Seiten, 86 Fotoabbildungen in SW, 1 Farbabbildung. Das Werk kostet 24,90 Euro im deutschen Buchhandel. Die ISBN lautet 978-3-937294-11-7. (Text: Volkert Neef/Foto: Neuhaus-Verlag)

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